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		<title>shitstorm</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 15:16:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Es handelt sich um Markierungen im anonymen Raum, um Wortmeldungen von Menschen, die von der Panik erfasst werden, dass sie keine Subjekte mehr sind &#8211; lediglich Adnoten am Rand eines übermächtigen, sich durch ihre Köpfe uferlos fortsetzenden Textes. &#8212; Thomas Assheuer in Tod des Autors. In DIE ZEIT, 03.Mai 2012]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Es handelt sich um Markierungen im anonymen Raum, um Wortmeldungen von Menschen, die von der Panik erfasst werden, dass sie keine Subjekte mehr sind &#8211; lediglich Adnoten am Rand eines übermächtigen, sich durch ihre Köpfe uferlos fortsetzenden Textes.</em></p>
<p>&#8212; Thomas Assheuer in <a href="http://www.zeit.de/2012/19/Internet-Urheberrecht">Tod des Autors</a>. In DIE ZEIT, 03.Mai 2012</p>
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		<title>Tod des Netzes &#8211; Ansammlung einiger Gedanken von einer Autorin, die lebt.</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 14:46:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essay]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Feuilleton der ZEIT vom 03. Mai 2012 versucht Thomas Assheuer die Verknüpfung von Theorie und aktueller politischer Praxis. Genauer, er geht gemeinsam mit Foucault, Barthes und Co. im Hinblick auf die durch die Piratenpartei maßgeblich angestoßene Debatte um das Urheberrecht der Frage nach, ob die moderne Gesellschaft, bzw. die digitale Welt, das Subjekt verschluckt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/Foto-e1336487132209.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1672" title="Foto" src="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/Foto-e1336487132209.jpg" alt="" width="560" height="394" /></a></p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2012/19/Internet-Urheberrecht">Im Feuilleton der ZEIT vom 03. Mai 2012 versucht Thomas Assheuer die Verknüpfung von Theorie und aktueller politischer Praxis</a>. Genauer, er geht gemeinsam mit Foucault, Barthes und Co. im Hinblick auf die durch die Piratenpartei maßgeblich angestoßene Debatte um das Urheberrecht der Frage nach, ob die moderne Gesellschaft, bzw. die digitale Welt, das Subjekt verschluckt. Um die Antwort vorwegzunehmen: Jein. Doch wie kommt&#8217;s?<br />
Es ist dem Geschichtsverlauf inhärent. <em>Der zum Individuum gewordene</em> (moderne) <em>Mensch ist ganz auf sich selbst zurückgeworfen; er erfährt sich selbst als begrenzt und ohnmächtig. Statt eingebettet in eine Sippe zu leben und als Teil eines großen Ganzen, als Glied einer langen Kette zu fungieren, ist er selbst ein &#8211; freilich nur kleines &#8211; Ganzes</em>. Und weiter: <em>Das Individuum kann sich nicht damit trösten, in einem nahezu unsterblichen Familienkörper aufzugehen, sondern es weiß: Alles, was es hat, ist sein kurzes, verletzliches Leben</em>. Dabei ist das von Wolfgang Ullrich in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596163285/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3596163285">Habenwollen</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3596163285" alt="" width="1" height="1" border="0" /> geschriebene nicht als sentimentale Sehnsucht nach einem vermeintlich geborgenen Leben im trauten Großfamilienkreise gedacht, sondern als simple Erläuterung. Egal wie es damals war, der Mensch war so sehr in Hierarchiestrukturen eingebunden, dass er kaum die Freiheit hatte, sich nach einer selbstbestimmten Stellung innerhalb eines gesellschaftlichen Systems umzusehen. Ein wenig tragisch nun, dass es eben die Sehsucht nach dieser Freiheit ist, die uns letztlich diese heute vor uns stehende Suppe eingebrockt hat. Statt fröhlich unsere selbstbestimmten Plätze einzunehmen, realisieren wir vereinsamt, dass wohl zum entspannten Leben noch ein bisschen mehr gehört, als das Herauskämpfen aus einengenden Strukturen. Das Thema ist groß und weit und identisch mit der Geschichte menschlicher Gesellschaften und soll hier nicht weiter intensiviert werden. Denn es geht um den Autor und um dessen (Nicht-)Existenz. Denn &#8211; anders als es die Texte implizieren &#8211; stirbt da keiner, sondern es hat ihn niemals gegeben, den großen allmächtigen Autor, so jedenfalls <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tod_des_Autors">Foucault und Barthes</a>.</p>
<p><span id="more-1667"></span>TOD DES AUTORS &#8211; Was wie ein catchy Slogan daherkommt ist in Wahrheit eine hochintellektuelle Auseinandersetzung, der sich aufgrund der Fluffigkeit des Titels gern entzogen wird. Assheuer behauptet nicht, dass sich die Piraten auf ihre theoretischen Vorfahren beziehen, vielmehr sieht er, dass sie es nicht tun. Bei den Piraten kommt immer alles so daher, <a style="border: none !important; margin: 0px !important;" href="<a href=">&#8220;&gt;als sei es vollkommen neu und als seien die Alten Hasen nur ein wenig zu blöd und verfahren, um auf den Fortschrittszug aufzuspringen</a>. Dabei haben sie viel von dieser überheblichen Naivität der Anfang Zwanzigjährigen (die Persönlichkeit der Partei ist auch die eines eben der Pubertät Erwachsenen). Aber vielleicht ist es gerade das, was sie wiederum so spannend macht. Vielleicht manifestiert sich in den Piraten die Sehnucht nach Übersichtlichkeit, nach dem Aufgehen in der Geborgenheit einer großen (Netz-)Familie, in der sich alle lieb haben, sich die Grenzen öffnen ohne hinderliche, künstliche Begrenzungen, wie z.B. dem (lästigen) Urheberrecht.</p>
<p>Wie passt das jetzt aber mit Foucault und Co. zusammen? Ein Blick in die Originaltexte lohnt sich. Mitnichten feiert Foucault in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3150180589/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3150180589">Was ist ein Autor</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3150180589" alt="" width="1" height="1" border="0" />, den Tod desgleichen. Vielmehr geht es ihm darum, seinen spezifischen Zugang zu Literatur zu verdeutlichen. Ihn interessieren die <em>Funktionsbedingungen bestimmter diskursiver Praktiken</em>. Kurz gesagt, es geht eher darum, den Autor von seinem ehrwürdigen Thron zu stoßen. Im Zentrum des Interesses steht WAS innerhalb eines bestimmten kulturellen Kontextes gesagt wird und weniger das WER es sagt. So findet eher eine Verschiebung, denn eine Auslöschung statt. Daraus den Tod des Autors zu machen kommt der berühmten Ausschüttung des Kindes mit dem Bade gleich. Denn natürlich bleibt noch immer die schreibende Hand, der denkende Kopf, eben das Subjekt, das schreibt, wennauch nicht aus einer Allmacht heraus, sondern aus der individuellen kulturellen Verflechtung.<br />
Das, worum es mir geht, ist eine Dämpfung so wichtiger Aussagen, wie der von Martin Heidegger, die auch Assheuer in seinem Text zitiert: <em>Der Mensch spricht nicht selbst, er wird gesprochen &#8211; er ist die Sprache, die ihn spricht</em>. Allerdings würde ich im folgenden widersprechen (oder es widerspricht durch mich). Da heißt es bei Heidegger: <em>Stumm wird der einzelne in das Gemurmel der Worte hineingeboren, in Traditionen und Weltbilder, und diese Gemurmel wird ihn überleben</em>. Ja und Nein. Dies kommt einer völligen Entmachtung des Subjekts gleich. Denn selbst wenn Nietzsche den Menschen als <em>Irrtum der Natur</em> bezeichnet, dann ist das in erster Linie eine Meinung, die man annehmen oder verwerfen kann. Die unumstößliche Tatsache bleibt, dass da jemand als Mensch IST, sei er nun Irrtum oder nicht, der allein durch seine Existenz den Lauf der Dinge verändert und damit auch das kuturelle Gemurmel. Gleichwohl waren all diese Theorien, von denen Assheur noch weitere anfführt essentiell, um die <em>Macht und Herrlichkeit des Subjekts</em> infrage zu stellen, doch sind auch das wieder Theorien, die innerhalb eines bestimmten kulturellen Kontextes entstanden sind, erdacht und aufgeschrieben von Menschen, die innerhalb diesen agiert haben.</p>
<p>Interessant finde ich an dieser Stelle den Vergleich zwischen Text und Selbstporträt. So ist im Grunde ein Text nichts anderes als eine Darstellung desjenigen, der ihn geschrieben hat. Der Text kann somit auf vielfältige Weise sprechen (und hier kommt der von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3150180589/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3150180589">Barthes</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3150180589" alt="" width="1" height="1" border="0" /> eingeführte Leser ins Spiel). Aus einer spezifischen Ansammlung von Worten werden neben der Aussage auf phänomenologischer Ebene auch solche über den Autoren, darüber wie er sich sieht, wie er gesehen werden möchte und über das soziale Feld, in dem er sich bewegt. Das betrifft jeden Text, egal ob literarisch oder wissenschaftlich. Jemand, der sich damit genauer befasst hat ist <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518286668/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518286668">Bourdieu</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3518286668" alt="" width="1" height="1" border="0" />. Wenn die Piraten nun in ihrem Parteiprogramm sagen, dass <em>weil ein Künstler in seinem Werk auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgreife, sein Werk bloß eine Rückführung vorgefundener Symbole in den öffentlichen Raum sei</em>, dann betrachten sie ein Werk (sei es ein Text oder was auch immer) allein auf seiner phänomenologischen Ebene. Genauso gut könnten sie sagen, dass ein Text aus Buchstaben besteht und der Künstler diese ja auch nicht erfunden hat und daher sein Werk eben allen gehöre, weil auch allen die Buchstaben gehören.</p>
<p>Wenn für die Piraten tatsächlich, wie Assheuer schreibt, die Spekulation über das Verschwinden des Autors prophetisch war, dann haben sie irgendwann im Laufe ihres Studiums nicht aufgepasst oder waren gerade in irgendwelchen virtuellen Traumwelten unterwegs. Denn worum es geht, ist &#8211; wie schon gesagt &#8211; eine Verschiebung und kein Verschwinden. Im Grunde katapultieren uns die Piraten mir ihrer Vorstellung vom Umgang mit dem Urheberrecht zurück ins Mittelalter (Vgl. hierzu die Passage zu Elena Esposito in Assheuers Text). Denn während z.B. Foucault den Fokus vom Erschaffer auf seinen Kontext VERSCHIEBT, halten die Piraten an diesem fest, indem sie ihn auflösen. Was bei Foucault eher zu einer Konturierung des Autors führt, wird bei den Piraten zu einem Verschwinden.</p>
<p>Kommen wir zurück auf meinen kleinen anfänglichen Exkurs in die Kulturgeschichte der Moderne. Die Moderne ist im Grunde nichts anderes als ein Prozess der zunehmenden Befreiung. Allerdings stellt sich diese etwas anders dar, als gedacht. Der in sozialen Strukturen Gefangene ist kaum gezwungen, sich Gedanken darüber zu machen, was er will &#8211; es wird für ihn gewollt. Der freie Mensch muss wissen wer er ist, um zu wissen, was er will. Da liegt das Problem. Aus der Freiheit man-selbst-sein-zu-wollen ist der Überlebenszwang man-selbst-sein-zu-müssen geworden. Jeder Schritt mehr Freiheit brachte ein bisschen mehr Zwang mit sich, jedenfalls für den, der nicht in der Lage war, sich über den Zustand zu emanzipieren. Dass <a href="http://www.berliner-zeitung.de/magazin/leben-in-zeiten-von-facebook-gemeinsam-allein-im-internet,10809156,15221430,item,2.html">das mit dem sich-selbst-sein keine einfach Angelegenheit</a> ist, wissen wir spätestens seit Freud. Und da passt auch die Aussage Heideggers rein. <em>Der Mensch spricht nicht selbst, er wird gesprochen &#8211; er ist die Sprache, die ihn spricht</em>. Der Mensch ist nicht Herr im eigenen Haus, sondern ein Zusammenspiel diverser ihn individuell ausmachender Psychodynamiken &#8211; wir kennen das.</p>
<p>Was nun die Piraten machen ist, die Errungenschaft &#8211; man mag sie mögen oder nicht &#8211; der Moderne über Bord zu werfen. Statt die Freiheit des Individuums zu würdigen, es in seiner Eigenheit anzuerkennen,  zu ermutigen wird es schlichtweg platt gemacht. Die je spezifische Eigenheit, das je besondere Eingebettetsein in kulturelle Kontexte wird dem Individuum abgesprochen zugunsten einer symbiotischen Netzverschmelzung. So ist der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sven-regener-im-bayerischen-rundfunk-zum-urheberrecht-a-823144.html">Kampf Sven Regner gegen die Piraten</a> nicht zu vergleichen mit dem den Foucault gegen die Denkweisen seiner Zeit kämpfte. Sven Regner steht für den Urheber der seine bis dato funktionierende Ordnung an der Schwelle zu etwas Neuem bedroht sieht (zu Recht!), wohingegen die Piraten nicht wie Foucault für eine Differenzierung sind, sondern für die vereinfachende Gleichmachung. Nach dem Motto: Die Welt ist mir zu kompliziert, dann streiche ich doch einfach alles weg, was mir nicht passt. Pathologisierend würde man den Piraten hier eine Dissozationsstörung attestieren.</p>
<p>Der Soziologe Heiner Keupp sagt in seiner Anthologie über den <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492119751/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3492119751">Menschen als soziales Wesen</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3492119751" alt="" width="1" height="1" border="0" />, dass es in so genannten heißeren Kulturperioden, d.h. solchen, in denen die Grundlagen des Alltagslebens ins Rutschen geraten und der Regelkanon für den Alltag nicht mehr unbefragt vorausgesetzt werden kann (in so einer befinden wir uns wohl gerade) zu einem Boom der Naturalisierungen kommt. <em>Es werden Gedankengebäude angeboten, die uns erklären, wie es eigentlich sein müsste</em>, die wiederum abgeleitet sind aus irgendwelchen Naturgesetzen, die plötzlich aus dem Hut gezaubert werden. Beliebtestes Spiel ist das um den biologischen Determinismus in der Geschlechterforschung oder eben das von den <em>technischen Gegebenheiten des Netzes</em>. Nie gehört? Der Pirat Christopher Lauer sieht wie viele seiner Kollegen im Internet eine Art Naturgesetz walten, aus dem sie ihre Forderungen ableiten. (Schon klar. Da Frauen ja per Biologie eher kommunikativ und häuslich sind legitimiert das die gesellschaftliche Geschlechterrollenverteilung und da uns das unaufhaltbare Internet überrollt können wir auch nicht anderes, als uns ihm in allen seinen technischen Gegebenheiten hinzugeben. Das Internet als subjektverschlingende Naturgewalt!)</p>
<p>Assheuer fasst zusammen: <em>Die Verklärung der Computertechnik zum Naturgesetz ist Schicksalsglaube 2.0. Der Einzelne ist darin nur ein Anhängsel im Selbstlauf der Systeme; ein Teilchen, das mit kreativem Opportunismus in den großen darwinistischen Strom aus Kapital und Wissen eintaucht und mitschwimmt so gut er kann</em>. Ja und Nein. Denn einen Strom, in dem man mitschwimmen muss gibt es, aber das ist das Leben an sich, alles andere ist Konstruktion und vor allem Dissoziation.</p>
<p>Aber was machen wir nun in Punkto Urheberrecht? In einem Punkt gehe ich nicht mit Herrn Assheuer konform und möglicherweise ist es auch genau die Stelle, an der sein Text und meiner zu zwei ganz verschiedenen werden. Assheuer wirft den Piraten vor, dass sie <em>schlichtweg vergessen, dass die Menschen noch ein zweites Leben führen, eine Existenz in der analogen und leibhaftigen Wirklichkeit. Sobald sie das Netz verlassen, den täuschenden Schein des Egalitären und die Gleichheit der Use, betreten sie das Reale, die soziale Welt der Kämpfe und Ungleichheiten&#8230;</em> Ich bin mit den Piraten in einem Punkt einer Meinung, nämlich dass das Netz nicht existiert &#8211; so sagen sie es allerdings nicht. Es gibt diese Trennung zwischen Realität und Netz nicht. Das Netz hat zu einer Verschiebung all dessen geführt, was es schon immer gegeben hat. Das Netz bringt nichts Neues &#8211; das sehen die Piraten wieder anders. Die Angst vor dem Verlust der eigenen Existenz hat es schon immer gegeben. Nur die Selbstauslöschung führt eben zu einer Selbstauslöschung und nicht zu einem bewussten Da-Sein. Mir kommt es immer so vor, als habe die Gesellschaft einmal eine Entscheidung getroffen und wundere sich nun über die Konsequenzen und statt sich mit denen zu befassen, schafft sie immer neue Gespenster, die es zu bekämpfen gilt</p>
<p>Also, ok. Urheberrecht: Ich finde die Gedanken die die Renner Brüder in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593392089/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3593392089">Digital ist besser</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3593392089" alt="" width="1" height="1" border="0" /> zusammengetragen haben gar nicht schlecht. Kulturflatrate usw. Irgendwann hat sich doch auch einer mal die Künstlersozialkasse ausgedacht. Die Gesellschaft hat sich verändert und da ist es auch klar, dass wenn wir <em>auf Plattenfirmen verzichten nicht trotzdem noch dieselbe Musiklandschaft vorfinden, wie wir sie jetzt haben, oder sagen wir mal vor zehn Jahren hatten</em>. Dinge verändern sich. Ich finde Sven Regner nicht uncool, wenn er auf seine Rechte als Urheber pocht. Ich finde es auch sehr wichtig, dass <a href="http://www.zeit.de/kultur/2012-05/urheberrecht-aufruf-reaktionen">wie in der aktuellen ZEIT berichtet</a>, die Künstler um ihre Rechte kämpfen und damit auch gegen ihr Verschwinden in einem grenzennivellierenden Symbiosebrei. Wichtig ist nur, dass Aktionen wie diese nicht zu einem Zementieren unzeitgemäßer Strukturen führen, sondern eher eine Diskussion anregen, wie man etwas sinnvolles, funktionierendes Schaffen kann, dass sich gesellschaftlichen Innovationen anpasst OHNE das Individuum zu verschlucken und was sich jenseits solcher unreflektierter Kindereien wie denen, von der Piratenpartei vorgeschlagen, bewegen. Denn in einem hat Regner auch recht: <em>Zu glauben, irgendwann käme das Sozialamt um die Ecke und würde die Bezahlung der Künstler übernehmen und dabei würde noch gescheiter Rock&#8217;n'Roll rauskommen &#8211; das kann man knicken</em>. Wenn alle Köche im Brei herumrühren, dann ergibt das eine Suppe, in der jeder mal herumgerührt hat. Das kann man dann Demokratie nennen, aber das heißt noch lange nicht, dass das dann gescheiter Rock&#8217;n'Roll ist, geschweige denn gescheite Politik oder eine gescheite Gesellschaft. Und das ist auch etwas, was die Piraten ansatzweise schon selbst spüren durften (Vgl. dazu auch die SPIEGEL Titelgeschichte vom 23. April 2012).</p>
<p><em>Quellen und Weiterführendes:</em><br />
<a href="http://www.zeit.de/2012/19/Internet-Urheberrecht">Tod des Autors. Der Kampf um die Urheberrechte im Internet ist mehr als nur ein Streit um die Vergütung</a>&#8230; von Thomas Assheuer in DIE ZEIT, 03.Mai 2012<br />
<a href="http://www.zeit.de/2000/36/Wen_kuemmert%27s_wer_spricht_">Wen kümmert&#8217;s wer spricht?</a> von  Franz Schuh in DIE ZEIT, 31. August 2000<br />
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3150180589/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3150180589">Texte zur Theorie der Autorschaft</a> von Fotis Jannidis u.a. Reclam 2000</p>
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		<title>Seine Klientel gleicht eher der von André Rieu&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 11:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[In gewisser Weise hat sich Peter Sloterdijk zu dem geäußert, was ich über seine und Rüdiger Safranskis Absetzung beim Philosophischen Quartett äußerte. Selbstverständlich nicht direkt, aber irgendwie schon. Heute wird er in der ZEIT wie folgt zitiert: Precht ist vom Handwerk her Journalist und als solcher Popularisator von Beruf. Ob er wirklich, wie das ZDF annimmt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/470x400yb0905queenst-copy.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1680" title="470x400yb0905queenst copy" src="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/470x400yb0905queenst-copy.jpg" alt="" width="470" height="400" /></a></p>
<p>In gewisser Weise hat sich Peter Sloterdijk zu dem geäußert, <a href="http://modekoerper.de/2012/03/27/der-philosophische-zombie-precht-uebernimmt-das-philosophische-quartett/">was ich über seine und Rüdiger Safranskis Absetzung beim Philosophischen Quartett äußerte</a>. Selbstverständlich nicht direkt, aber irgendwie schon. <a href="http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-5">Heute wird er in der ZEIT wie folgt zitiert</a>: <em>Precht ist vom Handwerk her Journalist und als solcher Popularisator von Beruf. Ob er wirklich, wie das ZDF annimmt, zu einer Verjüngung des Publikums beitragen wird, bezweifle ich allerdings. Seine Klientel gleicht eher der von André Rieu, den hören auch vor allem Damen über fünfzig in spätidealistischer Stimmung</em>.</p>
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		<title>american retro</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 19:34:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Ein kurzbeiniger Strampelanzug source.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/250372060504396989_vYUD16uT_f.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1659" title="250372060504396989_vYUD16uT_f" src="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/250372060504396989_vYUD16uT_f.jpg" alt="" width="277" height="400" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein kurzbeiniger Strampelanzug<br />
<a href="http://americanretro.fr/">source</a>.</p>
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		<title>Das Internet ist eine Scheibe.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 10:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 05. Juli 2000 sagte der Computerwissenschaftler Ray Kurzweil in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Der Bildschirm kann das gesamte Blickfeld einnehmen, während das Computersystem registriert, was Augen und Kopf tun. Damit treten wir in eine visuelle Virtual Reality. In zehn Jahren wird das World Wide Web so aussehen. Eine Website zu besuchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/yqByf9rHNdQ?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/yqByf9rHNdQ?version=3&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Am 05. Juli 2000 sagte der Computerwissenschaftler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ray_Kurzweil">Ray Kurzweil</a> in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: <em>Der Bildschirm kann das gesamte Blickfeld einnehmen, während das Computersystem registriert, was Augen und Kopf tun. Damit treten wir in eine visuelle Virtual Reality. In zehn Jahren wird das World Wide Web so aussehen. Eine Website zu besuchen wird dann bedeuten, in ein virtuelles Umfeld einzutauchen. Sie und ich können uns in einem Raum wie diesem treffen oder in einem Café auf den Champs-Élysées sitzen oder gemeinsam einen Spaziergang durch ein Tierreservat in Mozambique unternehmen. Zumindest für visuelle und auditive Interaktionen, wie wir sie in diesem Augenblick pflegen, wird die Illustion perfekt sein.</em><br />
Zwölf Jahre späte sieht das Internet allerdings etwas anders aus, als von Kurzweil prognostiziert. Aus der Idee einer virtuellen Realität ist ein weit vernetztes Kommunikationstool geworden. Ideen von einer dreidimensionalen Architektur des Webs haben sich als verzweigte Interaktionskanäle realisiert. Statt als irgendwer in irgendeinem Raum aufeinanderzutreffen, treten über das Netz reale Menschen in eine reale Kommunikation. Der Begriff der Virtualität verliert zunehmend an Bedeutung. Statt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Virtualit%C3%A4t">nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint</a>, existiert das Netz als das was es ist, als Kommunikationsvehikel und in eben diesem Punkt kann es sehrwohl als Medium aufgefasst werden, wenn der Begriff des Mediums auch nicht auf das Netz als Ganzes angewendet werden kann.</p>
<p><em>Quelle:</em><br />
Ray Kurzweil: Verschmelzen von Mensch und Maschine. In: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3150182395/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3150182395">Texte zur Medientheorie</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3150182395" alt="" width="1" height="1" border="0" />, S. 338-346</p>
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		<title>Animismus</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 20:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Anselm Franke]]></category>
		<category><![CDATA[Haus der Kulturen der Welt]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/EGcHDsVOODE?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/EGcHDsVOODE?version=3&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p><a href="http://modekoerper.de/2012/05/04/berlin-biennale/">Gefrustete Berlin Biennale Besucher</a> sammelten sich heute im Haus der Kulturen der Welt um die vorletzte Gelegenheit die <a href="http://www.hkw.de/de/programm/2012/animismus/animismus_68723.php">Animismus Ausstellung</a> zu sehen zu nutzen. Morgen ist dann die letzte Chance einer der tiefgründigsten, best recherchiertesten und spannendsten Ausstellungen, die ich seit langem gesehen habe, zu besuchen. Worum geht es bei dem Langzeitprojekt, das sich als Revision der Moderne vorstellt? <a href="http://www.diaphanes.net/autor/detail/1052">Anselm Franke</a> untersucht gemeinsam mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Irene_Albers">Irene Albers</a> veränderliche Machtverhältnisse zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Natur und Kultur, zwischen Mensch und Ding, mit anderen Worten: Sie spüren den Dualismen nach, die unsere kulturelle Ordnung begründen. Es gehört ein bisschen Willen dazu, sich den Displays zu widmen, die Texte zu lesen, die Videos anzuschauen. Es schnellen keine Bewusstseinskeulen auf den Besucher nieder, keine aufmerksamkeitserheischenden Plakate, keine überästhetisierten Exponate. Es ist vielmehr eine Ausstellung, die sich im Stillen erschließt, eben so, wie es sich Hanno Rauterberg möglicherweise von einer Berlin Biennale wünscht (und ich auch): <em></em></p>
<p><span id="more-1646"></span><em></em></p>
<p><em>In der Kunst geht es nicht um eine Anleitung zum richtigen Leben, sondern um die Erfahrung des Zweifels. Die Kunst geht nicht auf in der Wirklichkeit, wie dies die Biennale fordert. Vielmehr liegt ihre Stärke in dem Abstand, den sie erlaubt, nicht zuletzt zu den eigenen Kategorien des Richtigen und Falschen. (…) Denn erst, wenn sich die Kunst von der üblichen Verantwortung löst, öffnet sie den Betrachtern einen Raum, in dem sich die eigene Verantwortlichkeit neu begreifen lässt. (…) Kunst ist kein Einsatzkommando und kein Breitbandtherapeutikum. Ihre Qualitäten zeigen sich zumeist im Stillen, in einem Moment des Innehaltens, der Verblüffung, vielleicht auch der Durchdringung</em>.<br />
Nach drei Stunden trotz überfüllten Raums fühlte ich mich bestärkt in meinem Weg und in meinem Gefühl, dass sich die Welt in einem Umstrukturierungsprozess befindet (tut sie das nicht immer?). In der aktuellen ZEIT ist vom Europa-Manifest die Rede, ein neu erstarkter Feminismus wird nicht müde die Geschlechterfrage zu diskutieren, während an anderer Stelle die Ordnung selbst in Frage gestellt wird. Und überall taucht Foucault auf und mit ihm die Schwierigkeit innerhalb einer Ordnung andere &#8220;Ordnungen&#8221; zu denken, was sich besonders in der Lektüre Elisabeth von Samsonows <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3935300859/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3935300859">Anti-Elektra: Totemismus und Schizogamie</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3935300859" alt="" width="1" height="1" border="0" /> zeigt. Wie erklärt man etwas, das sich in herrschenden Kategorien nicht erklären lässt? Wie ist eine Weiblichkeit denkbar, die sich nicht aus der Differenz zur Männlichkeit begreifen lässt? Seit gestern auf meinem Schreibtisch dazu <a href="http://www.matthes-seitz-berlin.de/scripts/buch.php?ID=437">Baudrillards Theorie der Verführung</a> (mehr dazu später). Es lässt sich nicht in Worten ausdrücken, nicht begreifen, sondern einfach nur hinnehmen, in sich aufgehen lassen, gleich einer spirituellen (schamanischen) Erfahrung. Eine herrliche Ausstellung!</p>
<p><em>Weiteres:</em><br />
<a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1702455/">Interview im Deutschlandfunk</a><br />
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3037341882/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3037341882">Publikation zur Ausstellung</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3037341882" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
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		<title>berlin biennale</title>
		<link>http://modekoerper.de/2012/05/04/berlin-biennale/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 17:48:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Peace Wall in der Friedrichstraße / Foto: Nada Prlja Am 27.04.2012: Gestern, in den komplett überfüllten KW stehend auf das nachgebaute Occupy-Camp hinunterschauend, dachte ich an Zizek und das, was er Moritz von Uslar vor einiger Zeit in der ZEIT sagte: Je weniger man von diesem Ort sieht, desto besser versteht man ihn. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/7-berlin-biennale-nada-prlja-003.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1643" title="7-berlin-biennale-nada-prlja-003" src="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/7-berlin-biennale-nada-prlja-003-e1336153608495.jpg" alt="" width="560" height="373" /></a><br />
Die Peace Wall in der Friedrichstraße / <em>Foto: Nada Prlja</em></p>
<p>Am 27.04.2012:</p>
<p>Gestern, in den komplett überfüllten <a href="http://www.kw-berlin.de/">KW</a> stehend auf das nachgebaute Occupy-Camp hinunterschauend, dachte ich an Zizek und das, <a href="http://www.zeit.de/2011/49/Kapitalismuskritik-Zizek/seite-1">was er Moritz von Uslar vor einiger Zeit in der ZEIT sagte</a>: <em>Je weniger man von diesem Ort sieht, desto besser versteht man ihn. Der Sinn der Occupy-Bewegung liegt nicht darin, dass wir daran teilnehmen, sondern dass möglichst viele Leute von ihr erfahren. </em>Erst kämpften wir uns durch ein Flaggenmeer dann wurde es der Jüdin im State of Palestine Raum zu viel. Im Garten bekamen wir noch Poster geschenkt. Wir mussten sie vor laufender iPhone Kamera entrollen, denn jedes Poster ist anderes. <em>You Me Same</em> stand auf meinem Plakat. Ich stöhnte auf und beschloss später zu Hause das <em>Same</em> mit einem dicken Edding durchzustreichen und dann die Aufhängung des Posters über der Toilette zu erwägen. Verwischung des Fremden, Angleichung durch Negation der Negativität? Die Freundin einer Freundin hat Probleme in Kairo junge ägyptische Kunststudenten zum Thema Arabischer Frühling an einen Tisch zu bekommen. <em>Die haben immer eine Entschuldigung, müssen Arbeiten und so</em>, heißt es. Zizek sagt noch an anderer Stelle: <em>Eine Illusion, die durchschaut ist, hat sich noch lange nicht erledigt – wir müssen uns trotzdem dazu verhalten. Die Leute müssen protestieren, damit ein Bewusstsein entsteht, aber eigentlich sind es, natürlich, die falschen Leute. </em>Mein Unbehagen (linke) politische Kunst betreffend bleibt. Ich kann es bislang kaum besser in Worte fassen als mit dem Erzählen kleiner Anekdoten. Eine Freundin meint, dass allein damit schon viel erreicht sei. Ich sitze auf der Hundewiese und meckere, wie beschissen ich die aktuelle <a href="http://www.berlinbiennale.de/">Berlin Biennale</a> finde. <em>Ich werde mir alles später nocheinmal in Ruhe ansehen</em>. Vielleicht war es auch einfach zu voll gestern!?</p>
<p>Eine Woche später:</p>
<p><span id="more-1604"></span>Eine Woche später gelingt dann Hanno Rauterberg in der ZEIT, was mir nicht gelingen mag:<em> Offenbar wollen diese Künstler keine Künstler mehr sein, sie wollen raus aus dem Reich des Symbolischen, rein ins Reale</em>. Die Frage bleibt nur, warum sie dann nichts Reales machen? Ein Freund sagte immer, dass ihm Kunst die Dinge versuchen würde, die andere einfach besser machen absolut unerträglich sei. Er hätte gekotzt, letzte Woche in die KW. Rauterberg an anderer Stelle: <em>Es gibt viele Möglichkeiten für einen Künstler, wenn er die Welt verändern will. Nur die Kunst, ausgerechnet, eignet sich dafür so gut wie überhaupt nicht. Denn Kunst beginnt erst dort. wo das bloße Rechthaben aufhört</em>.<br />
Möglicherweise ist die Kunst in derselben Krise wie alle anderen auch sind &#8211; jedenfalls die Kunst, die auf dieser Biennale zu sehen ist: <em>Die Künstler suchen nach einer Aufgabe, die ihnen die Gewissheit verschafft, dass ihr Tun nicht wirkungslos verpufft. Niemand sagt ihnen, was zu tun sei. Niemand weiß, wozu es ihre Kunst überhaupt braucht</em>. Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft!? Vielleicht ist dies das Unbehagen, das einen befällt in den KW, wenn man vermutet, <em>dass das Museum hier nichts weiter als ein gesellschaftlicher Reparaturbetrieb ist, in dem der moderne Mensch wieder flottgemacht wird</em>. Rauterberg geht gar noch einen Schritt weiter, in dem er den Politkünstlern dieselbe Handlungslogik wie die des gehassten Feindes Kapitalimus attestiert: <em>Nur eine Kunst, die sich nützlich macht, die politische Rendite abwirft, weil sie gesellschaftliche Missstände nicht allein benennt, sondern auch verändert, die also klare Gewinnaussichten verheißt, findet ihr Wohlwollen</em>.<br />
Was passiert da auf der Berlin Biennale 2012? Gregor Quack in der FAS mockiert sich u.a. über den Occupy-Begriff. <em>Occupy-Biennale</em> heißt das Camp, dass nichts besetzt, sondern eingeladen wurde zu besetzen. <em>Das habe schon eine ganz eigene Qualität gehabt</em>, so zitiert er einen Kurator, <em>bei den Eröffnungscocktails ausgerechnet mit den Occupy-Leuten gesponserten Champagner zu trinken</em>. Eines passiert in jedem Fall, es wächst die Sensucht nach ästhetischer Erfahrung und diese, so Rauterberg, <em>gewinnt erst dort an Tiefe, wo die Kunst nich gleich mit ethischen Ansprüchen beladen wird</em>. Und es passiert noch etwas. Die Biennale lässt über Sinn und Zweck von Kunst nachdenken. <em>In der Kunst geht es nicht um eine Anleitung zum richtigen Leben, sondern um die Erfahrung des Zweifels. Die Kunst geht nicht auf in der Wirklichkeit, wie dies die Biennale fordert. Vielmehr liegt ihre Stärke in dem Abstand, den sie erlaubt, nicht zuletzt zu den eigenen Kategorien des Richtigen und Falschen. (&#8230;) Denn erst, wenn sich die Kunst von der üblichen Verantwortung löst, öffnet sie den Betrachtern einen Raum, in dem sich die eigene Verantwortlichkeit neu begreifen lässt. (&#8230;) Kunst ist kein Einsatzkommando und kein Breitbandtherapeutikum. Ihre Qualitäten zeigen sich zumeist im Stillen, in einem Moment des Innehaltens, der Verblüffung, vielleicht auch der Durchdringung</em>. Wie das aussehen könnte, darüber schweigt sich Rauterberg aus, möglicherweise auch, weil es keine festzurrbaren Kategorien darüber gibt, was Kunst ist, soll und kann. Über eines sind sich die meisten aber wohl einig, dass diese Biennale irgendwie nichts ist oder vielleicht gerade deswegen großartig weil man einmal mehr weiß, was man nicht möchte, auch wenn man längst nicht weiß, was man will.</p>
<p>Zitate aus:<br />
Die Ohnmacht der Parolenpinsler. Von Hanno Rauterberg in DIE ZEIT vom 03.05.2012<br />
Pawel to the People. Von Georg Quack in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 29.04.2012<br />
<a href="http://www.zeit.de/2011/49/Kapitalismuskritik-Zizek/seite-1">Wildes Denken</a>. Von Moritz von Uslar in DIE ZEIT vom 02.12.2011</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>love hurts</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 15:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Autorenbuchhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Emcke]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Illouz]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>

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		<description><![CDATA[Foto: Suhrkamp Spontaner Veranstaltungshinweis: Die von mir hoch geschätze Eva Illouz liest heute aus ihrem aktuellen, fantastischen Buch mit dem Ratgebertitel Warum Liebe weh tut. Carolin Emcke liest aus Wie wir begehren. Das kenne ich noch nicht&#8230; Dennoch bin ich sicher, dass es ein schöner Abend wird (auch ohne mich). Ab 20 Uhr in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.zeit.de/zeitmagazin/2012/05/04/love-hurts-lesung-mit-carolin-emcke-und-eva-illouz/"><img src="http://modekoerper.de/wp-content/uploads/2012/05/Illouz_EvacSusanneSchleyer2_SV-540x358.jpg" alt="" /></a><br />
<em>Foto: Suhrkamp</em></p>
<p>Spontaner Veranstaltungshinweis: Die von mir hoch geschätze Eva Illouz liest heute aus ihrem aktuellen, fantastischen Buch mit dem Ratgebertitel <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518585673/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518585673">Warum Liebe weh tut</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3518585673" alt="" width="1" height="1" border="0" />. Carolin Emcke liest aus <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3100170180/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=fart-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3100170180">Wie wir begehren</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=fart-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3100170180" alt="" width="1" height="1" border="0" />. Das kenne ich noch nicht&#8230; Dennoch bin ich sicher, dass es ein schöner Abend wird (auch ohne mich). Ab 20 Uhr in der <a href="http://autorenbuchhandlung-berlin.de/Lesungen.htm">Autorenbuchhandlung am Savignyplatz</a>.</p>
<p><a href="http://blog.zeit.de/zeitmagazin/2012/05/04/love-hurts-lesung-mit-carolin-emcke-und-eva-illouz/">weiteres</a>.</p>
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		<title>Anna Dello Russo</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 07:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
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		<category><![CDATA[Anna Dello Russo]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich liebe Anna Dello Russo. Ich denke, sie ist komplett wahnsinnig und genau, deshalb habe ich sie so gerne, vor allem weil ich bei ihr immer den Eindruck habe, dass sie weiß, dass sie komplett wahnsinnig ist und dass es ihr egal ist. Sie ist es einfach. Sie ist das kleine Mädchen der Modewelt. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/MYLaCPPXzA0?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/MYLaCPPXzA0?version=3&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Ich liebe <a href="http://www.annadellorusso.com/">Anna Dello Russo</a>. Ich denke, sie ist komplett wahnsinnig und genau, deshalb habe ich sie so gerne, vor allem weil ich bei ihr immer den Eindruck habe, dass sie weiß, dass sie komplett wahnsinnig ist und dass es ihr egal ist. Sie ist es einfach. Sie ist das kleine Mädchen der Modewelt. Die Prinzessin, die in ihrer Naivität mit großen strahlenden Augen ihre kleine Nase an der Scheibe des Modemysteriums plattdrückt. Wenn ich sie sehe, dann bekomme ich sofort gute Laune. Dennoch werde ich wohl keines ihrer Stücke, die sie nun für H&amp;M entworfen hat tragen. Da ginge es mit der Liebe dann doch ein wenig zu weit.</p>
<p>Meine Liebe zu ihr begann <a href="http://fnart.org/2011/02/22/schwester-im-geiste/">vor knapp einem Jahr</a> mit einem <a href="http://www.zeit.de/2011/08/Mode-Sammlerin">Porträt im ZEIT Magazin</a>.</p>
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		<title>happy beltane</title>
		<link>http://modekoerper.de/2012/04/30/happy-beltane/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 19:06:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahret kupka</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schamanismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beltane]]></category>

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		<description><![CDATA[Tanzen und Vögeln und/oder so. Was man eben so macht zum Beginn der schönen Jahreszeit. Für den ersteren Fall empfehle ich Florence and The Machine (am besten zum nächtlichen Autoherumfahren in einer Stadt wie Berlin) oder Azealia Banks zum Bewegen. Ich werde auf eine schamanische Reise gehen und einige Freunde besuchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://30.media.tumblr.com/tumblr_low5m2zIG41qar3y2o1_500.gif"> </p>
<p>Tanzen und Vögeln und/oder so.<br />
Was man eben so macht zum Beginn der schönen Jahreszeit. Für den ersteren Fall empfehle ich Florence and The Machine (am besten zum nächtlichen Autoherumfahren in einer Stadt wie Berlin) oder Azealia Banks zum Bewegen. Ich werde auf eine schamanische Reise gehen und einige Freunde besuchen.</p>
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