Auf der Rückseite der heute endlich von mir erworbenen Die n+1-Anthologie schreibt Jonathan Franzen: In den Moment, in dem man glaubt, man sei intellektuell allein gelassen in dieser Welt, fällt einem eine Zeitschrift wie n+1 in die Hände. Ich kann das bestätigen. Nur macht es das Gefühl der intellektuellen Einsamkeit für mich nicht erträglicher im ...
Die ontologische Freiheitsbewegung, die wir Moderne nennen, gründet in dem fundamentalen Bedürfnis, “sich vollständig dem Joch der Umstände zu entziehen”. (…) Das Geheimnis der Moderne verbirgt sich in ihrem Vermögen, Menschen jeder Herkunft und jeder Konfession für den größten der Feldzüge anzuwerben, den Feldzug zur progressiven Entlastung vom anonymen Stress der Bedrückung durch das Reale. ...
Das ist Jürgen Teller, wie er vergangenen Donnerstag im Do you Read me Reading Room in der Potsdamer Straße anzutreffen war. Der viel zu kleine Ort konnte die heranströmenden Massen nicht fassen. Herr Teller diskutierte drinnen mit Christoph Amend vom ZEIT Magazin sein jüngst im Steidl Verlag erschienenes Buch, welches die Fotokolumne umfasst, die er ...
Spontaner Veranstaltungshinweis: Die von mir hoch geschätze Eva Illouz liest heute aus ihrem aktuellen, fantastischen Buch mit dem Ratgebertitel Warum Liebe weh tut. Carolin Emcke liest aus Wie wir begehren. Das kenne ich noch nicht… Dennoch bin ich sicher, dass es ein schöner Abend wird (auch ohne mich). Ab 20 Uhr in der Autorenbuchhandlung am ...
Cicero sagt, das Philosophieren sei nichts anderes, als eine Vorbereitung zum Tode. Dieses kommt daher, weil das Studieren und die tiefsinnigen Betrachtungen unsere Seele einigermaßen außer uns ziehen, und derselben, ohne dass der Körper daran Teil hat, etwas zu tun verschaffen; welches gleichsam eine Anweisung zu dem Tode ist, und eine gewisse Ähnlichkeit mit demselben ...
Es ist nun nicht anders zu sagen. Lacan entzieht sich jeder Transparenz. Wie auch ist etwas transparent zu machen, das sich unserem Verständnis per se entzieht. So schreibt Han: Der Mensch ist nicht einmal sich selbst transparent. Freud zufolge verneint das Ich gerade das, was das Unbewusste schrankenlos bejaht und begehrt. So scheint es nur ...
Byung-Chul Han schreibt in Transparenzgesellschaft Die Nudität des Wortes nimmt ihm jeden Reiz. Sie verflacht es. Die Hermetik des Geheimnisses ist keine Diabolik, die es auf jeden Fall zugunsten der Transparenz abzuschaffen gälte. Sie ist eine Symbolik, ja eine besondere Kulturtechnik, die eine Tiefe, wenn auch als Schein, erzeugt. Damit bezieht er sich auf die ...
Nach Slavoy Zizek gibt der berühmte Truismus Jenny Holzers die fundamentale Zweideutigkeit der hysterischen Postition wieder. Er bietet zwei in gewisser Weise aufeinander aufbauende Interpretationen an. Entweder kann er als ironischer Verweis auf die männliche chauvinistische Standardweisheit verstanden werden, dass eine Frau, die sich selbst überlassen bleibt, sich in selbstzerstörerischer Wut verfängt – und durch ...
ich bin ein Wilder, ein Kind – oder ein Verrückter; ich lasse alles Wissen, alle Kultur hinter mir, ich verzichte darauf, einen anderen Blick zu beerben. — Roland Barthes. Die helle Kammer. S. 60 Mit Jacques Lacan gedacht ist dies ein hehrer Wunsch, der nie Erfüllung finden wird. Mit der Subjektspaltung, die gewöhnlich im Spiegelstadium ...
Philosophie ist in. Philosophieren heißt auch – so hörte ich mal – Sterben lernen, was wiederum die Voraussetzung zum Leben können ist. Der Zombie, so erklären Georg Seeßlen und Markus Metz sehr ausführlich, versagt sich dem Tod. Als Untoter wählt er den Zwischenraum, glaubt sich dadurch in Sicherheit. Dass er damit auch der Fähigkeit zu ...
Das Subjekt … muss mir zuvor lästig geworden sein. Untot will ich nicht nur werden, um nicht tot zu werden (zu “verschwinden”), sondern auch, weil ich am Leben gescheitert bin. Der Untote versagt sich dem Sterben, macht sich damit das Leben aber unmöglich. Untot werden könnte man auf den ersten Blick argwöhnen, ist zunächst eine ...
credit: de:bug It’s lonely in the modern world lautet der Titel einer Publikation der Macher des Blogs Unhappy Hipsters. Timo Feldhaus nahm dies zum Anlass, eine Fotostrecke in der aktuellen Ausgabe der de:bug zu machen. Menschen stehen herum, verlassen, einsam, in ihren durchdesignten Wohnräumen. Ist das unser Ernst?, möchte man fragen. Ja, ist wohl die ...