Medien: BILD geht wirklich gar nicht!
Die Bildzeitung hat vergangenen Samstag kurzerhand eine meiner Leserinnen für tot erklärt. Nicht schlecht staunte Hannah W., alias Frl. Krautwurst, als sie durch das Kanonenblatt von ihrem tragischen Ableben erfuhr. Ihr WG Mitbewohner habe sie erstochen, bevor er aus dem Fenster der Weddinger Wohnung sprang. Neben Fotoaufnahmen vom Tatort fand sich bis vor Kurzem noch ein Foto der vermeintlich Ermordeten samt knapper biografischer Eckdaten. Abgesehen davon, dass die BILD sich bekanntermaßen geschmackloser Techniken zur Auflagensicherung bedient, kam es diesmal den zuständigen Fotoredakteuren zusätzlich nicht in den Sinn, dass es möglicherweise noch ein paar mehr Hannahs gibt, die sich im Internet finden lassen. Wie es im Detail dazu kam, dass nun nicht Hannah K., das tatsächlich Opfer, sondern Hannah W. an den BILD-Pranger gestellt wurde, ist nicht bekannt. Eine Tote (sowie die Angehörigen) der BILD-Lesergier zum Fraß vorzuwerfen ist das eine. Nun aber noch kurzerhand eine Person, die nichts mit der Geschichte zu tun hat zu diffamieren, schlägt dem Fass den Boden aus. Im Eifer des Gefechts hatten die Fachleute für Leichenfledderei den Blog von Hannah W. aus Bremen gefunden und sich dort an einem Foto der jungen Frau bedient. Aus dem Impressum übernahmen sie Hannah W.s Studienfach und dichteten es der Toten an, obwohl aus dem selben Impressum klar hervorgeht, dass Hannah W. nicht Hannah K. heißt und 1985 geboren ist — das Mordopfer war 21 heißt es bei Bildblog, deren Autoren als erstes mit der Toten sprachen. Eine Richtigstellung auf Bild.de ist bislang die erste Reaktion des Blattes auf den Vorfall. Hannah W. reagierte auf ihrem Blog mit einem offenen Brief. Ich denke es sind keine weiteren Worte nötig…
Foto: Hannah W.




























Hallo,
das mit der Bildzeitung. Nun es absolut unmöglich was und wie sie es machen um zu ihren Schlagzeilen zu kommen. Es gibt da ein richtig gutes Buch von Günter Wallraff zu diesem Thema. Aber man muss auch sagen, das die Bevölkerung ein Teil der Schuld mitträgt, denn wenn die Absatzzahlen nicht der Bild Zeitung Recht geben würden, dann gäbe es sie schon nicht mehr oder in anderer Form, aber so lange wie diese Zeitung noch gekauft wird machen die so weiter.