(In)transparenz. Ein Gedanke
Es ist nun nicht anders zu sagen. Lacan entzieht sich jeder Transparenz. Wie auch ist etwas transparent zu machen, das sich unserem Verständnis per se entzieht. So schreibt Han: Der Mensch ist nicht einmal sich selbst transparent. Freud zufolge verneint das Ich gerade das, was das Unbewusste schrankenlos bejaht und begehrt. So scheint es nur konsequent, dass Texte über die Intransparenz des Menschen selbst intransparent sind.
Ich selbst lehne Transparenz nicht pauschal ab. Ich bin nur ein Gegner von der Idee, als Transparenz irgendetwas freilegen könnte, zu irgendwelchen tiefen Erkenntnissen führen wird. Die Post-Privacy Bewegung verlangt etwas in dieser Richtung. Ich bin ein Befürworter der Transparenz insofern als sie aufdecken kann, dass da nichts ist, was es zu verstehen gibt, dass es keinen Unterschied macht, ob ich verhüllt oder entblößt vor Dir stehe, das Geheimnis bleibt das gleiche. Fraglos geht mit einer Durchleuchtung etwas verloren, nur über den Zugewinn sollte man sich keine Illusion machen! Ich denke dass das des Pudels Kern in den Überlegungen Hans ist. Die menschliche Seele braucht offenbar Sphären, in denen sie bei sich sein kann ohne den Blick des Anderen, schreibt er. Ich stimme ihm zu, allerdings glaube ich, dass man der Seele diese Sphären nicht wird nehmen können, weil sie sich eben nicht durch Transparenz ins Sichtbare werden holen lassen. Das einzige was wir durch Transparenz gewinnen können ist die Erkenntnis, dass wir nichts gewinnen können. Das klingt zunächst tautologisch.
Ebenso, wie ich es wunderbar finde, dass sich die Topologie der Gewalt in uns selbst verlagert, der Druck in uns selbst dadurch steigt, finde ich jede weitere Enttäuschung hilfreich, weil sie den Menschen Schritt für Schritt auf sich selbst zurückwirft. Es führt letztlich kein Weg an der Auseinandersetzung mit sich selbst vorbei, jeder Weg führt einen dorthin (zurück). Die Frage allerdings bleibt, ob man das nicht abkürzen kann, ob man wirklich jeden Mist mitmachen muss. Gesamtgesellschaftlich betrachtet ja. Man muss wohl immer jeden Mist mitmachen. Sich solange in die gleichen Typen verknallen, bis man kapiert hat, dass kein Weg um einen selbst herumführt. (tbc)


























