Das Facebook mal zuklappen.
Ich hatte es fast vergessen. Am 08. Februar dieses Jahres lief auf Deutschlandradio Kultur eine Sendung zum Thema, zu der ich zuvor dem zuständigen Redakteur ein einstündiges Interview gegeben habe. Leider ist bis heute die Sendung bis auf das Skript der Sendung nicht online. Dieses kann man sich aber hier herunterladen und dann Aussagen entdecken wie
Die sozialen Medien sind an sich ja ein leeres System. Sie sind einfach ein leeres Blatt Papier. Und wir schreiben uns in dieses Medium ein. Das ist ein kollektiver Text der entsteht. oder
Das Phänomen “digitaler Raum” wird, glaube ich, eher so als Appendix unserer Wirklichkeit wahrgenommen und nicht in seiner wirklichkeitsverändernden Dimension. Und deswegen, denke ich, ist es wichtig, verschiedene Diskursebenen zu testen. Und das heißt: “Facebook” in Zusammenhang zu bringen mit Kultur, mit Literatur, mit Religion mit Fragen der Erkenntnistheorie, mit Fragen der bildenden Kunst. Die sozialen Medien sind ein Phänomen, das sich in einen kulturellen Raum einschreibt, und sie sind kein Anhängsel dieses kulturellen Raumes. Also, wir haben es hier nicht mit einer “anderen Wirklichkeit” zu tun, sondern die sozialen Medien verändern unsere Wahrnehmung. oder
Wir sind viele! Und ich bin nicht “Ich”. Wir müssen uns, ganz anders als vor hundert Jahren, anpassen an ganz schnelle Wandlungen. So schnell, wie sich die Dinge in dieser Welt entwickeln, heißt das, dass man in einem Leben möglicherweise sieben Mal grundsätzlich die Haut zu wechseln hat. Und diese Multiplizierung des Menschen, also diese Streams of Consciousness, diese Multipersonalitäten, die werden ja extrem durch das Internet und durch die neuen Medien gefördert. Und wahrscheinlich ist das auch der Sinn – der, wenn Sie so wollen, soziologisch- evolutionäre Sinn dieser Medien. Man muss also Abwechslung und Identität gleichzeitig lernen. Das ist dann aber nicht “Der Neue Mensch”, sondern es sind “Die Neuen Menschen” in “Dem Neuen Menschen”. oder
Ich würde den Begriff “authentisch” für soziale Netzwerke nicht benutzen, was ich aber sofort zugestehen würde, ist, dass man sich einen Raum einrichtet, in dem man vielleicht auch vor sich visualisiert, verbalisiert, wer man glaubt zu sein und darüber auch in einem geschützten Raum meint so sprechen zu können, dass das für einen ein Aushandlungsprozess ist, ein Prozess nicht des Ausprobierens des ganz Anderen, sondern sich vielleicht auch zu spiegeln, und gerade für jüngere Menschen ist so eine Form der Selbstbeschäftigung ganz zentral – also, das ist ja immer die Frage, die man als Heranwachsender vor sich hat und die so schwierig und schmerzhaft ist zu beantworten: wer man eigentlich ist und wer man sein möchte, wo die Reise hingeht.
Irgendwann sage ich dann sowas wie Ich hatte eine wahnsinnig schwierige Zeit, und die hab ich geteilt auf meinem Blog. Ich habe mir selbst viele Fragen gestellt: Wo stehe ich gerade? Wo will ich eigentlich hin? Das war wie so ein nach außen gerichteter Monolog. Es war einfach so wie: sich nackt auf den Marktplatz stellen und zu sagen: Das bin ich. So sieht es bei mir aus. Ich war sogar überrascht in einer gewissen Weise, dass dann plötzlich solche Reaktionen kamen, so wie – ich steh nackt auf dem Marktplatz, und plötzlich stellen sich da andere Menschen nackt dazu, das war so OK. und
Es gibt natürlich auch die andere Seite, dass man sich da auch drin verlieren kann, und dass man vielleicht einfach den Moment verpasst, an dem es Zeit ist, sich wieder anzuziehen auf dem Marktplatz und nach Hause zu gehen. Aber ich glaube, dass man mit einer gewissen Kompetenz, die man ja lernen kann, merkt: Jetzt habe ich genug erzählt, jetzt hab ich das bekommen, was ich brauche, jetzt geht es mir wieder gut, und jetzt kann ich das Buch auch wieder zu klappen.
Wie gesagt, alles zusammenhängend lesen kann man hier.




























Ja, Danke. (Und die hätten das ruhig mal als Audio zum Download bereitstellen können. Haben wir ja schließlich bezahlt.)
Andererseits, wenn ich schon die ersten Worte des Sprechers lese: “Pschera verliert kein Wort über Datenmissbrauch oder Mobbing im Netz. Er widmet
sich weder den Machtkämpfen großer Online-Unternehmen noch peinlichen Fotos,
Filmen oder anderen Fehltritten ihrer Nutzer und der Frage, wie sie wieder aus der
Welt zu schaffen wären. Selbst auf die Bedeutung des mobilen Internets für
politische Protestbewegungen kommt er nur ganz am Rande zu sprechen. ”
… dann mag man schon fast nicht mehr.
Na dann lies doch einfach nur meinen Extrakt.
Das wäre besser gewesen. Aber dafür ist es nun zu spät.
(Und mach mal diesen Capture-Quatsch weg. Das braucht kein Mensch und nervt.)
weiß nicht wie das geht. war einfach so da. ich schau mal.
Mhh, kriegt man halt manchmal nicht weg, so Dinge, die einfach da sind. (Umgekehrt ist ‘s allerdings meistens noch schwieriger.)
ach.