Bloggen? Ja, Nein, Vielleicht…

Geistes- und Sozialwissenschaftler halten Blogs in der Regel für unübersichtlich, geben an, keine Zeit dafür zu haben und bevorzugen die Kommunikation auf Tagungen, über Telefonate oder Mails – unabhängig vom Alter.
(Quelle)
Es ist schade und wieder hinkt Deutschland ein wenig hinterher. So durfte ich auch heute wieder bei der Tagung Gender Matters der Friedrich-Ebert-Stiftung feststellen. Ich besuchte die Workshops zu den Themen Inszenierung von Geschlecht im Unterhaltungs TV und (Selbst-)Inszenierungen im Netz. Die Diskussion besonders im letzten zeigt, wie wenig das Wissen um Potentiale von Blogs bislang im Mainstream Anklang findet. Da verwundert es kaum, dass das in wissenschaftlichen Kontexten kaum anders aussieht. Möglicherweise liegt es daran, dass sich im Netz nur das widerspiegelt, was auch außerhalb dessen passiert. Das Internet erscheint eben doch nicht als von der Realität abgekoppelter Raum, sondern vielmehr als Teil der Realität, als Subkultur möglicherweise, innerhalb der die Agierenden sich gemäß ihrer jeweiligen Habitus artikulieren. Wieso sollte sich also eine ohnehin als eher verschlossen, eingestaubt und elfenbeintürmerisch gebärende Wissenschaftsgemeinschaft plötzlich im Netz kommunikativ und aufgeschlossen präsentieren?
Dass das beispielsweise in Frankreich ganz anders aussieht erfährt man in dem Bericht auf jetzt.de, der auf die Tagung Weblogs in den Geisteswissenschaften, die letzte Woche in München (leider ohne mich) stattfand, folgte. Da steht unter anderem auch ‘Man schadet sich eher, wenn man so was auch noch macht’, sagt Peter Haber von der Universität Basel. Die Monographie sei immer noch ‘der Goldstandard in den Geisteswissenschaften’. Einen Blog zu führen, hat kein Reputationskapital, kurz: bleibt Privatvergnügen. In Deutschland allein einen sozialwissenschaftlichen Diskurs in Blogform anzustoßen erscheint vor diesem Hintergrund wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel.
Kann man auch mal ansehen: L.I.S.A.



























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