Ein bisschen Erleuchtung…
Die Menschen verbringen viel Zeit im immateriellen Netz. So entsteht das Bedürfnis, den Körper zu verankern und seine Verletzlichkeit zu begreifen. Ein Objekt definiert sich auch durch die Tatsache, dass es zerstört werden kann. (…) Mich interessieren Dinge auch im Kontext des Digitalen, wenn Sie an die zunehmende Magersucht denken. Sie hat etwas mit dem prekären Status des Körpers zu tun. Im 19. Jahrhundert gab es die Hysterikerinnen, sie sich wie eine dysfunktionale Maschine verrenkten. Hysterie war eine Konsequenz der imaginären Systeme, die damals herrschten. Die Krankheit, die sich aus unseren imaginären Systemen ergibt, ist die Sehnsucht nach Immaterialität. Wir wünschen uns, einem digitalen Bit zu gleichen.
— Die Documenta Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev im Gespräch mit Ingeborg Harms in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 08. Januar 2012


























