skinny jeans.
ein knapper kommentar

Terry Richardson
Im Grunde ist die Skinny Jeans nichts anderes als das Abbild westlicher Gesellschaft. Die Antwort auf die Frage, warum sie nicht aus der Mode kommen mag, ist eng gekoppelt an die, warum sich keine an natürlicheren Formen orientierte Körperideale durchsetzen wollen. Seit jeher hat es zu bestimmten Zeiten Vorstellungen davon gegeben, wie eine menschliche Erscheinungsform idealerweise beschaffen zu sein hat, um gesellschaftskonform zu sein. So schmiegt sich nun die Skinny Jeans an einen hageren Funktionskörper, den der damit gesegnete, bzw. der, der ihn sich hart erarbeitete, nur zu gerne ausstellen und nicht unter wallenden Gewändern verbergen mag. Hinzu kommt, dass Modelle mit hohem Stretchanteil ungemein bequem sind und mehr kleiden als beispielsweise die Legging, die ähnliche Funktionen wie die Skinny Jeans erfüllt. Kombiniert mit weiten Tops lassen sich spielend kleinere Schönheitsmakel verheimlichen. Was bleibt sind dünne Arme und Beine, gerne noch mit hohen Absätzen optisch verlängert, die aus dem Outfit ragen. Die modische Prognose lautet: Sofern sich nichts am Idealkörper ändert, wird sich auch nichts am Vorherrschen der Skinny Jeans ändern. Modische Ausreißer bestätigen die Regel.
Erschienen in kinki nr.39 sep/okt 2011
Wer es ein wenig ausführlicher mag, der kann nochmal hier (Texte zur Kunst) nachlesen.


























